Parex-Bank Festgeld: Stimmt das mit der Einlagensicherung?

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Parex-Bank Festgeld: Stimmt das mit der Einlagensicherung?

Beitragvon lucutus70 am 30. April 2008, 15:55

Aktuell scheinen sich ja einige neue Banken im Tagesgeld und Festgeld Bereich zu betätigen.

Stimmt es, dass die Parex Bank "Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V" angehört und damit Einlagen bis 1.5 MIO pro Kunde gesichert sind?
Ich will jetzt nicht sagen, was ich anlege, aber knapp würde es bei den 1.5 Mio nicht werden :oops: . Bei den 20.000 EUR vieler anderer ausländischen Banken aber schon. :wink:
lucutus70
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Re: Parex-Bank Festgeld: Stimmt das mit der Einlagensicherung?

Beitragvon Bermake am 2. Mai 2008, 15:48

lucutus70 hat geschrieben:Aktuell scheinen sich ja einige neue Banken im Tagesgeld und Festgeld Bereich zu betätigen.

Stimmt es, dass die Parex Bank "Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V" angehört und damit Einlagen bis 1.5 MIO pro Kunde gesichert sind?
Ich will jetzt nicht sagen, was ich anlege, aber knapp würde es bei den 1.5 Mio nicht werden :oops: . Bei den 20.000 EUR vieler anderer ausländischen Banken aber schon. :wink:


Also, in den Einlagenfonds zahlen alle Banken ein, weil sie dazu gesetzlich verpflichtet sind. Ich habe gelesen, dass derzeit weniger in dem Fonds liegt als bei der Pleite der IKB den geschädigten Anlegern zugestanden hätte. Wenn also wirklich mal ne Bank Pleite gehen, wird man sehen, wer wie viel bekommt.

Der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken ist rein freiwillig und Banken sind im Ernstfall nicht gesetzlich verpflichtet, Zahlungen zu leisten. So ganz ohne Risiko geht es wohl doch nicht?
Bermake
 

Parex-Bank Einlagensicherung

Beitragvon Redaktion am 9. Mai 2008, 14:39

Die Parex Bank ist eine Aktiengesellschaft lettischen Rechts. Sie gehört damit nicht dem Einlagensicherungsfonds deutscher Banken an. Einlagen sind zu 90 Prozent bis zu einer Höhe von 20.000 Euro abgesichert. Die Parex Bank unterhält allerdings reale Filialen mit Kundenberatung in Hamburg und Berlin sowie in weiteren Ländern und ist keine reine Online-Direkt-Bank.
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Re: Parex-Bank Einlagensicherung

Beitragvon Gast am 26. Mai 2008, 12:38

wieso bekommt man von der Bank auf der Website und telefonisch den Hinweis, dass die Einlagensicherung sich im Millionen-Euro-Bereich bewegt, wenn Sie hier behaupten, es seien sogar nur 20.000 € und dann nur zu 90 %?? Da muss doch ein Fehler Ihrerseits vorliegen, zudem normalerweise dieser Betrag zu 100 % gedeckt ist und darüber hinaus erst 90 % beginnt. Woher haben denn Sie ihre Infos, was stimmt denn nun??
Redaktion hat geschrieben:Die Parex Bank ist eine Aktiengesellschaft lettischen Rechts. Sie gehört damit nicht dem Einlagensicherungsfonds deutscher Banken an. Einlagen sind zu 90 Prozent bis zu einer Höhe von 20.000 Euro abgesichert. Die Parex Bank unterhält allerdings reale Filialen mit Kundenberatung in Hamburg und Berlin sowie in weiteren Ländern und ist keine reine Online-Direkt-Bank.
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Einlagensicherung der Banken

Beitragvon Jens Blessen am 26. Mai 2008, 16:22

Woher haben denn Sie ihre Infos, was stimmt denn nun??


Ja, das ist ein schwieriges Thema :?

Es gibt zwei Arten von Einlagensicherung: In vielen Ländern bestehen gesetzliche Regelungen. In Europa gelten die EG-Richtlinien EGRL 19/94 (CELEX Nr: 394L0019) und EGRL 9/97 (CELEX Nr: 397L0009). Sie sind in Deutschland im so genannten Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz umgesetzt. Geschützt sind 90 Prozent aller Einlagen von Kunden, maximal jedoch 20.000 Euro.
Auf diese Einlagensicherung hat man einen gesetzlichen Anspruch.

Daneben gibt es noch Einlagensicherungsfonds der freien Wirtschaft, also der Banken, zum Schutz der Kundengelder bei einer Insolvenz. Dem Fonds der einzelnen Bankengruppen gehören die großen deutschen Kreditinstitute an.

Bei diesem freiwilligen Sicherungsfonds der Banken gelten hohe Beträge. Geschützt sind 30 Prozent des maßgeblichen haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank. Bei einem haftenden Eigenkapital von 100 Millionen Euro ist also das Vermögen jedes einzelnen Kunden mit 30 Millionen Euro abgesichert. Das klingt nach sehr viel. Auf die Leistungen eines freiwilligen Einlagensicherungsfonds gibt es allerdings keinen Rechtsanspruch. Insbesondere bei einer Bankenkrise ist eine Leistung nicht garantiert.

Natürlich werben Banken gerne mit ihrer freiwilligen Einlagensicherung. Fairerweise sollte man dem Kunden aber sagen, dass es einen gesetzlichen Anspruch nur auf 90 Prozent der Einlagen und das auch nur bis zu einer Höhe von 20.000 Euro gibt.

Ist die Verwirrung jetzt perfekt? :wink:
Jens Blessen
 

Re: Parex-Bank Festgeld: Stimmt das mit der Einlagensicherung?

Beitragvon Anneliese Mutig am 12. November 2008, 19:51

Ich habe Festgeld bei der Parex-Bank für 1 Jahr angelegt, nachdem diese mir bestätigt hat, dass
über Euro 20.000,-- hinaus jetzt 1.5 Millionen Euro pro Kunde durch den Einlagenfonds Deutscher Banken gesichert seien.
Jetzt lese ich plötzlich, dass seit kurzem die ersten Euro 50.000,-- pro Kunde nur in LAT durch die Bank von Lettland gesichert werden. Diese Änderung wurde mir nicht mitgeteilt, sondern ist plötzlich als Meldung auf der Internetseite zu lesen. Kann ich mein Festgeld wegen der geänderten Bedingungen jetzt vorzeitig kündigen?
Anneliese Mutig
 

Re: Parex-Bank Festgeld: Stimmt das mit der Einlagensicherung?

Beitragvon Berti am 12. November 2008, 21:34

Anneliese Mutig hat geschrieben:Ich habe Festgeld bei der Parex-Bank für 1 Jahr angelegt, nachdem diese mir bestätigt hat, dass
über Euro 20.000,-- hinaus jetzt 1.5 Millionen Euro pro Kunde durch den Einlagenfonds Deutscher Banken gesichert seien.
Jetzt lese ich plötzlich, dass seit kurzem die ersten Euro 50.000,-- pro Kunde nur in LAT durch die Bank von Lettland gesichert werden. Diese Änderung wurde mir nicht mitgeteilt, sondern ist plötzlich als Meldung auf der Internetseite zu lesen. Kann ich mein Festgeld wegen der geänderten Bedingungen jetzt vorzeitig kündigen?


Hallo Anneliese!
Ich würde an deiner Stelle sofort kündigen! Zumindest würde ich das versuchen! Ich drücke die Daumen :D
Berti
 

Re: Parex-Bank Festgeld: Stimmt das mit der Einlagensicherung?

Beitragvon Schlaumeier am 13. November 2008, 10:46

Die Parex Bank hat ihren Hauptsitz in Lettland. Demzufolge greift hier auch zuerst das Einlagesicherungsgesetz Lettlands. Dieses wurde am 18. Oktober 2008 geändert. Die garantierte Entschädigungssumme in Lettland pro Anleger beträgt, unabhängig von dem Tag, an dem die Einlage getätigt wurde 50.000 Euro. Dies ist die gestzlichliche Vorgabe.

Zusätzlich sind die Einlagen durch den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken gesichert. Dadurch sind die Guthaben jedes einzelnen Kunden bis zur Höhe von 30 Prozent des maßgeblichen haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank zum Zeitpunkt des letzten veröffentlichten Jahresabschlusses voll gesichert.
Schlaumeier
 

Re: Parex-Bank Festgeld: Stimmt das mit der Einlagensicherung?

Beitragvon Schlaumeier am 13. November 2008, 10:56

Nachtrag: bei der Parex Bank beträgt die Sicherungsgrenze derzeit 1,5 Mio Euro.
"Gemäß § 6 Abs. 1 des Statuts des Einlagensicherungsfonds sind die Sicht-, Termin- und Spareinlagen einschließlich auf den Namen lautender Sparbriefe jedes einzelnen Kunden bis zur oben genannten Sicherungsgrenze voll geschützt." - so der Bundesverband deutscher Banken e.V.
Schlaumeier
 

Re: Parex-Bank Festgeld: Stimmt das mit der Einlagensicherung?

Beitragvon Radler am 14. November 2008, 12:16

Schlaumeier hat geschrieben:Nachtrag: bei der Parex Bank beträgt die Sicherungsgrenze derzeit 1,5 Mio Euro.
"Gemäß § 6 Abs. 1 des Statuts des Einlagensicherungsfonds sind die Sicht-, Termin- und Spareinlagen einschließlich auf den Namen lautender Sparbriefe jedes einzelnen Kunden bis zur oben genannten Sicherungsgrenze voll geschützt." - so der Bundesverband deutscher Banken e.V.

Das hört sich doch super sicher an! Schütz Frau Merkels Versprechen auch die Kunden der Parex Bank, oder gibt es da auch wieder eine Ausnahme, von wegen lettische Bank??? mgf vom radler
Radler
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Re: Parex-Bank Festgeld: Stimmt das mit der Einlagensicherung?

Beitragvon Parex Kunde am 18. November 2008, 20:17

Hallo zusammen,

ich bin ebenfalls Kunde von Parex mit einjähriger Festgeldanlage. Deren Werbung, dass alle Einlagen über den Einlagensicherungsfonds des dt. Bankenverbandes e. V. abgesichert seien, [gelöscht - Behauptung nicht ausreichend begründet, die Redaktion.]

Beim Bankenverband wurde mir auf Nachfrage mitgeteilt, dass er für Parex gar nicht einspringen werde. Die Ansprüche gegen die Bank bzw. das lettische gestzliche Sicherungssystem müssten ausreichen, selbst wenn der Staat gar nicht zahle, weil er ebenso zahlungsunfähig wird wie die Parex Bank. Der nicht durchsetzbare Anspruch müsse reichen. Das ist natürlich ein lächerlich! Genau für solche Fälle ist der deutsche Fonds ja gedacht, der theoretische Anspruch bleibt einem doch eh immer. Das verstößt zwar gegen das Statut de Fonds, worin steht, dass er greift, wenn Schutz über die Heimatlandsicherung nicht erreichbar ist (genau das ist ja der Fall, wenn Bank und Staat insolvebt werden), aber man hat ja eh keinen Rechtsanspruch gegen den Bankenverband, ist ja alles freiwillig.
Ob sich der Bankenverband im Fall der Fälle wirklich so verhalten wird, bleibt mal dahin gestellt, wird wohl auch davon abhägen, wieviele Pleiten er dann schon stemmen musste. Die Last der dt. Lehman-Tochter wiegt ohnehin schon schwer. Ob der Fonds überhaupt noch eine weitere Insolvenz stemmen kann, weiss niemand. Durch die Antwort, die mi im Fall von Parex gegeben wurde, dürfte jedenfalls zu erahnen sein, wohin die Reise geht. Es wird also darum gehen, ob man sich ein Signal in Richtung allgemeines Vertrauen leisten kann und will. Springt man für ein Mitglied nicht ein, obwohl es im Statut m. E. eindeutig geregelt ist, würde die Signalwirkung mit Sicherheit auch die deutschen Mitglieder erfassen.
Bleibt also nur die Alternative, dass der lettische Staat zahlt. Bei der aktuellen Inflationsrate des Lats von 15 %, die im Fall der Komplettpleite von Parex (als zweitgrößte lettische Bank!) wohl noch deutlich steigen dürfte, sind Anlageverluste für die deutschen Anleger zwangsläufig einzuplanen. Ob Lettland zahlen überhaupt kann, ist ebenfalls nicht garantiert, als EU-Mitglied kann von der Verhinderung der Staatsinsolvenz durch das restliche Europa aber ausgegangen werden.

Das bedeutet für den Parex Kunden aus Deutschland also:
-Verluste infolge des Wechselkursrisikos sind gewiss bei singulärer Pleite von Parex

-die Pleite von Parex, nachdem sie verstaatlicht wurde, ist aber unwahrscheinlicher geworden und wird wohl mit dem Staatsbankrott einhergehen, der aber auch nicht sehr wahrscheinlich ist, das Wechselkursrisiko bleibt aber so oder so.

-der Einlagensicherungsfonds des deutschen Bankenverbands ist eine Luftblase, von der auch ich mich vor einem halben Jahr habe täuschen lassen. Schließlich habe ich nur deswegen mein Geld bei der dt. Niederlassung angelegt, in Lettland hätte es damals 1, 5 % mehr Zinsen gegeben.

mein Fazit:
Einigermaßen sicher ist eine Einlage momentan nur dort, wo es eine hohe und 100-prozentige staatliche Sicherung in einem Eu-Mitgliedsstaat innerhalb der Euro-Zone (kein Wechselkursrisiko bei Entschädigung in Landeswährung) gibt.

Das bedeutet für dem Fall, dass man ein Maximum an Sicherung haben möchte:
In Deutschland sollte man entweder gar nicht (Bankenverband zahlt nur nach Willkür; gesetzliche Entschädigung nur 90 % von maximal 20.000 €, also zu niedrig) oder nur bei den Sparkassen oder Bausparkassen anlegen. Die können praktisch nicht insolvent werden, hinter ihnen steht der dt. Staat und schießt unbegrenzt nach.

Meine Empfehlung: Niederlande (bis 100.000 € gestzlich zu 100 % garantiert; Entschädigung in Euro).

Ich bin kein Experte, was meint Ihr?
Parex Kunde
 

Re: Parex-Bank Festgeld: Stimmt das mit der Einlagensicherung?

Beitragvon Anneliese Mutig am 19. November 2008, 10:56

Berti hat geschrieben:
Anneliese Mutig hat geschrieben:Ich habe Festgeld bei der Parex-Bank für 1 Jahr angelegt, nachdem diese mir bestätigt hat, dass
über Euro 20.000,-- hinaus jetzt 1.5 Millionen Euro pro Kunde durch den Einlagenfonds Deutscher Banken gesichert seien.
Jetzt lese ich plötzlich, dass seit kurzem die ersten Euro 50.000,-- pro Kunde nur in LAT durch die Bank von Lettland gesichert werden. Diese Änderung wurde mir nicht mitgeteilt, sondern ist plötzlich als Meldung auf der Internetseite zu lesen. Kann ich mein Festgeld wegen der geänderten Bedingungen jetzt vorzeitig kündigen?


Hallo Anneliese!
Ich würde an deiner Stelle sofort kündigen! Zumindest würde ich das versuchen! Ich drücke die Daumen :D


Hallo Berti,
danke für das Daumendrücken. Ich habe gekündigt und bin gespannt, was passiert. Werde Dich informieren, was passiert.
Anneliese Mutig
 

Re: Parex-Bank Festgeld: Stimmt das mit der Einlagensicherung?

Beitragvon Anton am 19. November 2008, 21:11

Hallo, wer hat Erfahrung aus jüngster Zeit mit vorfälliger Kündigung von Termingeld bei PAREX?
Anton
 

Re: Parex-Bank Festgeld: Stimmt das mit der Einlagensicherung?

Beitragvon Anneliese Mutig am 20. November 2008, 15:26

Anneliese Mutig hat geschrieben:
Berti hat geschrieben:
Anneliese Mutig hat geschrieben:Ich habe Festgeld bei der Parex-Bank für 1 Jahr angelegt, nachdem diese mir bestätigt hat, dass
über Euro 20.000,-- hinaus jetzt 1.5 Millionen Euro pro Kunde durch den Einlagenfonds Deutscher Banken gesichert seien.
Jetzt lese ich plötzlich, dass seit kurzem die ersten Euro 50.000,-- pro Kunde nur in LAT durch die Bank von Lettland gesichert werden. Diese Änderung wurde mir nicht mitgeteilt, sondern ist plötzlich als Meldung auf der Internetseite zu lesen. Kann ich mein Festgeld wegen der geänderten Bedingungen jetzt vorzeitig kündigen?


Hallo Anneliese!
Ich würde an deiner Stelle sofort kündigen! Zumindest würde ich das versuchen! Ich drücke die Daumen :D


Hallo Berti,
danke für das Daumendrücken. Ich habe gekündigt und bin gespannt, was passiert. Ich werde Dich informieren, sobald es Neuigkeiten gibt.


Hallo, Berti,
obwohl Frau Signe Kalnina (Parex-Bank) in einem Interview mit dem Manager-Magazin ausgesagt hat: "Wir werden uns den vorzeitigen Kündigungen von Festgeldern aufgrund der Ereignisse nicht entgegenstellen.", wurde heute mein vor einer Woche gestellter Kündigungsantrag abgelehnt, in dem ich mich auf diese Zusage berufen habe. Schade um das verspielte Vertrauen!
Dein Daumendrücken hat also leider nichts gebracht, jetzt heißt es für uns noch 5 Monate zittern und das bei einer 100%ig sicheren Anlage, wie bei der Bank betont wurde, da ich das Geld erst nach Aufnahme der Parex-Bank im deutschen Einlagensicherungsfonds angelegt habe.
Gruß von Anneliese
Anneliese Mutig
 

Re: Parex-Bank Festgeld: Stimmt das mit der Einlagensicherung?

Beitragvon Maxifant am 20. November 2008, 17:00

hallo Anneliese,
ich kann mir das nicht vorstellen, dass Du Dein Geld nicht wiedersiehst. Auch für die deutschen KaupthingKunden soll es ja bald eine Lösung geben. hast Du es denn schon persönlich versucht? Die Parex Bank hat doch auch Filialen in deutschland. Sofern der Weg nicht zu weit ist: Geh da doch einfmach mal hin und versuch die Sache direkt zu klären.
Gruß, Maxi.
Maxifant
 

Re: Parex-Bank Festgeld: Stimmt das mit der Einlagensicherung?

Beitragvon Anneliese Mutig am 20. November 2008, 19:17

Maxifant hat geschrieben:hallo Anneliese,
ich kann mir das nicht vorstellen, dass Du Dein Geld nicht wiedersiehst. Auch für die deutschen KaupthingKunden soll es ja bald eine Lösung geben. hast Du es denn schon persönlich versucht? Die Parex Bank hat doch auch Filialen in deutschland. Sofern der Weg nicht zu weit ist: Geh da doch einfmach mal hin und versuch die Sache direkt zu klären.
Gruß, Maxi.

Hallo Maxi,
ich glaube, Du hast mich missverstanden. Ich wollte aufgrund der geänderten Einlagensicherung (der deutsche Einlagensicherungsfonds haftet seit dem 18. Oktober erst für Einlagen, die 50.000,-- Euro übersteigen, was mir zu unsicher ist) mein Festgeld bei der Parex-Bank vorzeitig kündigen, da ich dieser Regelung nicht zugestimmt habe. Für die vorzeitige Rückzahlung des angelegten Geldes wäre ich gern bereit, eine Bearbeitungsgebühr und eine Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank zu zahlen, um wieder ruhig schlafen zu können. Denn ich hatte dieses Festgeld ja in dem Glauben abgeschlossen, Beträge bis zu 1,5 Millionen Euro seien durch den deutschen Einlagensicherungsfonds geschützt. In einem Interview des Manager-Magazins mit der Leiterin des Deutschland-Geschäfts behauptete diese: "Wir werden uns vorzeitigen Kündigungen aufgrund der aktuellen Ereignisse nicht entgegen stellen." Die Praxis sieht aber anders aus. Meine auf das Interview bezogene vorzeitige Kündigung wurde heute schriftlich abgelehnt. Ich wohne ein paar hundert Kilometer weit entfernt von Berlin und glaube auch nicht, dass es etwas bringt, dort persönlich vorzusprechen. Die Sachbearbeiterin war am Telefon sehr freundlich und verständnisvoll, die Entscheidung lag sicher nicht bei ihr. Ich bin nur enttäuscht, wenn man der Presse gegenüber behauptet, vorzeitige Kündigungen, die für den Kunden ja auch mit Zinseinbussen verbunden sind, wofür ich sogar Verständnis habe, wären möglich und einen entsprechenden Antrag kurz danach ablehnt.
Danke aber für Deinen Rat! Gruß von Anneliese
Anneliese Mutig
 

Re: Parex-Bank Festgeld: Stimmt das mit der Einlagensicherung?

Beitragvon Parex Kunde am 20. November 2008, 20:18

Sehr geehrte Redaktion,

wieso haben Sie die Äußerung in meinem Beitrag zur Parex Bank, dass die 100-prozentige Einlagensicherung über den deutschen Bankenverband eine Lüge bzw. Falschinformation ist, mit einer solchen Begründung gelöscht???

Niemand hat hier wohl seine Einschätzungen bisher so ausführlich belegt wie ich. Wenn Parex allen Kunden gegenüber schriftlich behauptet, die Sicherung sei für alle Einlagen gegeben, der Bankenverband mir gegenüber telefonisch (auf meine schriftlichen Anfragen reagiert er bisher nicht) erklärt, er zahle für Einlagen unter 50.000 Euro unter keinen Umständen, also auch dann nicht, wenn die staatliche Sicherung Lettlands die Entschädigung verweigert, dann muss eine von beiden Aussagen doch falsch sein! Dies ist noch nicht einmal eine Meinungsäußerung, sondern schliche Logik!

Ich bleibe bei meiner rechtlichen Einschätzung, dass der Bankenverband gemäß seines Statuts (einzusehen auf der Webseite des Verbands) unter den genannten Umständen zahlen müsste, der Mitarbeiter mir aber sagte, man werde dies nicht tun.

Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass die plakative Werbung von Parex mit der Sicherung aller Einlagen falsch ist. Also liegt entweder

1.eine Lüge bzw. faktischer Betrug am Kunden seitens Parex vor.

Oder:

2. Die Parex Bank kennt sich mit dem dt. Sicherungsfonds nicht aus, handelt also vorsatzlos, wäre (bewusst gewählter Konjunktiv 2) stattdessen ahnungslos und inkompetent. Das glaube ich persönlich nicht. Sie wird sehr wohl wissen, was sie tut, wenn sie solche Behauptungen aufstellt.

Oder:

3. Der Bankenverband hat Parex bezüglich der Sicherung angelogen bzw. getäuscht.

Oder:

4. Der Mitarbeiter des Bankenverbands, mit dem ich telefoniert habe, hatte keine Ahnung (schon möglich) oder hat mich angelogen, da der Fonds sich alle Möglichkeiten offenhalten möchte, vorsorglich aber erstmal alles abwiegelt.

Irgendjemand hat mich folglich belogen!

Und diese Lüge oder dieser Betrug existierte schon, als ich mein Geld damals angelegt habe. Sonst hätte bestimmt nicht so gehandelt!!! Da ich nicht behauptet habe, welche Seite die Verantwortung trägt, ist mein Vorwurf also begründet und dies wohl mehr als ausreichend.

Wer aber sein Handeln nicht substantiell begründet hat, sind Sie, liebe Redaktion!
Parex Kunde
 

Re: Parex-Bank Festgeld: Stimmt das mit der Einlagensicherung?

Beitragvon Parex Kunde am 20. November 2008, 20:50

Hallo Anneliese,

mir geht es ebenso wie Dir! Ich habe am vergangenen Montag mit ausführlicher Begründung (unter anderem habe ich ebenfalls Frau Kalnina zitiert...) gekündigt und warte noch auf eine Antwort. Seit ich von Deinem Fall weiss, brauche ich mir da aber wohl keine Illusionen zu machen, wie die Reaktion mir gegenüber ausfallen wird...

Die Filialen in Hamburg, Berlin oder München aufzusuchen, halte ich ebenfalls für reine Zeitverschwendung. Auch ich habe mit durchaus freundlichen Mitarbeitern telefoniert, die sagten, eine Entscheidung über die Annahme der Kündigung werde ohnehin in Lettland getroffen.

Im Gegensatz zu Dir bin ich aber nicht bereit gewesen, irgendwelche Gebühren zu zahlen. Soetwas ist in den AGB´en von Parex nämlich nur bei Verschulden des Kunden (z.B Arbeitslosigkeit, Todesfall in der Familie...), nicht aber dann vorgesehen, wenn die Verantwortung bei der Bank liegt, dass der Kunde, der im rechtlichen Sinne der Bank mit seiner Einlage ein Darlehen gewährt, sein Vertrauen in die Rückzahlungsfähigkeit seines Schuldners verliert. Damit wird meine Kündigung erst recht abgelehnt.

Wir sind ja in der glücklichen Lage, dass wir die Frage, ob wir unser Geld evtl. verlieren, bisher nur theoretisch diskutieren müssen.

Es ist aber unfassbar, um es mal deutlich zu sagen, von wievielen Seiten man da verar.... worden ist.

Ich frage mich, was die restlichen 7000 deutschen Parex-Kunden darüber denken. Im Netz hat sich bisher kaum jemand zu Wort gemeldet!

Etwas erreichen kann man in einer solchen Situation wohl nur, wenn sich die Anleger zusammenschließen oder der Einzelne eine gute Rechtsschutzversicherung hat (fehlt mir leider). In Vorleistung beim Anwalt zu treten, scheue ich mich noch. Wenn man aber wartet, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist, ist es ja auch zu spät. Dann ist ja nichts mehr da, was zurückgefordert werden könnte...

Fortsetzung folgt...
Parex Kunde
 

Re: Parex-Bank Festgeld: Stimmt das mit der Einlagensicherung?

Beitragvon Anneliese Mutig am 21. November 2008, 00:08

Hallo Parex-Kunde,
ich glaube, das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen. Die Parex-Kunden sind alle von der Bank beruhigt
( = ver...) worden, auch heute mittag noch, obwohl bereits seit heute nachmittag die lettische Regierung Hilfe beim IWF beantragt hat, um dem drohenden Staatsbankrott zu entgehen. Welcher Rechtsanwalt soll da noch helfen?
Gruß
Anneliese
Anneliese Mutig
 

Re: Parex-Bank Festgeld: Stimmt das mit der Einlagensicherung?

Beitragvon Parex Kunde am 21. November 2008, 14:45

Hallo Anneliese,

das war mir noch nicht bekannt... Danke für die Info.
Dann vergiss es...Das wars dann wohl. Jetzt hilft nur noch beten. Soviel zur 100 Prozent-Sicherung.
Parex Kunde
 

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