von Parex Kunde am 18. November 2008, 20:17
Hallo zusammen,
ich bin ebenfalls Kunde von Parex mit einjähriger Festgeldanlage. Deren Werbung, dass alle Einlagen über den Einlagensicherungsfonds des dt. Bankenverbandes e. V. abgesichert seien, [gelöscht - Behauptung nicht ausreichend begründet, die Redaktion.]
Beim Bankenverband wurde mir auf Nachfrage mitgeteilt, dass er für Parex gar nicht einspringen werde. Die Ansprüche gegen die Bank bzw. das lettische gestzliche Sicherungssystem müssten ausreichen, selbst wenn der Staat gar nicht zahle, weil er ebenso zahlungsunfähig wird wie die Parex Bank. Der nicht durchsetzbare Anspruch müsse reichen. Das ist natürlich ein lächerlich! Genau für solche Fälle ist der deutsche Fonds ja gedacht, der theoretische Anspruch bleibt einem doch eh immer. Das verstößt zwar gegen das Statut de Fonds, worin steht, dass er greift, wenn Schutz über die Heimatlandsicherung nicht erreichbar ist (genau das ist ja der Fall, wenn Bank und Staat insolvebt werden), aber man hat ja eh keinen Rechtsanspruch gegen den Bankenverband, ist ja alles freiwillig.
Ob sich der Bankenverband im Fall der Fälle wirklich so verhalten wird, bleibt mal dahin gestellt, wird wohl auch davon abhägen, wieviele Pleiten er dann schon stemmen musste. Die Last der dt. Lehman-Tochter wiegt ohnehin schon schwer. Ob der Fonds überhaupt noch eine weitere Insolvenz stemmen kann, weiss niemand. Durch die Antwort, die mi im Fall von Parex gegeben wurde, dürfte jedenfalls zu erahnen sein, wohin die Reise geht. Es wird also darum gehen, ob man sich ein Signal in Richtung allgemeines Vertrauen leisten kann und will. Springt man für ein Mitglied nicht ein, obwohl es im Statut m. E. eindeutig geregelt ist, würde die Signalwirkung mit Sicherheit auch die deutschen Mitglieder erfassen.
Bleibt also nur die Alternative, dass der lettische Staat zahlt. Bei der aktuellen Inflationsrate des Lats von 15 %, die im Fall der Komplettpleite von Parex (als zweitgrößte lettische Bank!) wohl noch deutlich steigen dürfte, sind Anlageverluste für die deutschen Anleger zwangsläufig einzuplanen. Ob Lettland zahlen überhaupt kann, ist ebenfalls nicht garantiert, als EU-Mitglied kann von der Verhinderung der Staatsinsolvenz durch das restliche Europa aber ausgegangen werden.
Das bedeutet für den Parex Kunden aus Deutschland also:
-Verluste infolge des Wechselkursrisikos sind gewiss bei singulärer Pleite von Parex
-die Pleite von Parex, nachdem sie verstaatlicht wurde, ist aber unwahrscheinlicher geworden und wird wohl mit dem Staatsbankrott einhergehen, der aber auch nicht sehr wahrscheinlich ist, das Wechselkursrisiko bleibt aber so oder so.
-der Einlagensicherungsfonds des deutschen Bankenverbands ist eine Luftblase, von der auch ich mich vor einem halben Jahr habe täuschen lassen. Schließlich habe ich nur deswegen mein Geld bei der dt. Niederlassung angelegt, in Lettland hätte es damals 1, 5 % mehr Zinsen gegeben.
mein Fazit:
Einigermaßen sicher ist eine Einlage momentan nur dort, wo es eine hohe und 100-prozentige staatliche Sicherung in einem Eu-Mitgliedsstaat innerhalb der Euro-Zone (kein Wechselkursrisiko bei Entschädigung in Landeswährung) gibt.
Das bedeutet für dem Fall, dass man ein Maximum an Sicherung haben möchte:
In Deutschland sollte man entweder gar nicht (Bankenverband zahlt nur nach Willkür; gesetzliche Entschädigung nur 90 % von maximal 20.000 €, also zu niedrig) oder nur bei den Sparkassen oder Bausparkassen anlegen. Die können praktisch nicht insolvent werden, hinter ihnen steht der dt. Staat und schießt unbegrenzt nach.
Meine Empfehlung: Niederlande (bis 100.000 € gestzlich zu 100 % garantiert; Entschädigung in Euro).
Ich bin kein Experte, was meint Ihr?